Wiederum Platz drei für Kappeler Motorsport in einem mehr als verrückten Rennen

Kategorie: VLN Mittwoch 27. August 2014 - 13:30

In der Opel-Wertung wurde Kappeler Motorsport dritter (Foto: Daniel Peter).

Beim siebten Wertungslauf zum Opel Astra OPC Cup, der im Rahmen der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) am 23.Aug durchgeführt wurde, belegte die Astra Mannschaft nach einem spannenden, nervenaufreibenden - durch Eifeler Wetterkapriolen geprägtes - Rennen, einen verdienten dritten Platz in der Opel Cup Wertung.

Aufmerksame Beobachter konnten am Samstagmorgen auf dem knallgelben Burkhalter-Generali Astra mit der Startnummer 339 erneut den Namen von Alexander Schula lesen. Der Nordschleifenspezialist aus Hattersheim wird zusammen mit Willy Hüppi (Schweiz) die verbleibenden Rennen bestreiten. Zusätzlich zum Neuzugang hinter dem Lenkrad haben wir noch einen dritten Mechaniker in der Truppe. Andreas Vielgut, ein motivierter Mechaniker, wird das Team verstärken. Bereits in diesem Rennen wurde er richtig gefordert.

Die Rennveranstaltung begann eigentlich schon am Freitagnachmittag.  Diese Trainingseinheit wurde genutzt um weitere Einstellungsarbeiten durchzuführen. Diese Arbeiten wurden hervorragend bewerkstelligt, so dass recht früh am Abend die Lichter in der Box ausgingen, um am Samstag beim Training und dem anschließenden Rennen fit zu sein. Denn alle im Team sollten, was noch keiner ahnte, mächtig gefordert werden.

Das Qualifying begann zwar kalt, aber doch recht sonnig. Alexander Schula eröffnete auf feuchter Strecke die Jagd gegen die Uhr. Er setzte die erste Zeit im Training und war lange auf Poleposition. Aber die Konkurrenz hatte im Laufe des Trainings mehr Fortune und konnte bessere Zeiten setzen. Denn während die Kontrahenten auf Slicks die Nordschleife umrundeten, hatte Willy geschnittene Slicks aufgezogen. Man reagierte und schickte Alexander nochmals rein Slick bereift auf die Piste. Leider musste er die Fahrt durch einen Unfall im Bereich Adenauer Forst herausnehmen. Beim nächsten Versuch fing es dann an zu Regnen und man entschied gemeinsam mit der Box das Training aus Sicherheitsgründen zu beenden und landete somit in der Startaufstellung auf dem zehnten Platz. Am Ende des Trainings brachte Alexander es auf den Punkt: „Wir waren zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Für das Rennen wurde die Strategie ausgegeben, dass man wenn immer möglich zusätzliche Boxenstopps für Reifenwechsel vermeiden wollte, d.h. man war bereit, einen Stint auch mal auf nicht optimalem Reifenmaterial durchzuziehen. Was das bedeuten kann sollte Willy dann gleich zweimal "erfahren". Als Startfahrer wurde Alexander Schule benannt. "Der Alex überholt im Startgetümmel frecher wie ich" waren die Worte von Willy als er ihn in die Startaufstellung begleitete.

Pünktlich wurden die Fahrzeuge ins Rennen geschickt und Alexander fing seine Aufholjagd an. Er konnte sich nach vorne kämpfen und hatte noch zwei Runden vor Ende seines Stints so gute Reifen, das er noch einmal eine „Schippe“ drauflegen konnte. An Platz drei liegend übergab er den Opel an Willy. Der folgende Stint von Willy war alles andere als leicht zu bewerkstelligen. Nach zwei Runden setzte Regen ein und man ersetzte an der Box die Slicks gegen geschnittene Slicks. Während er seine Runden mit dieser Bereifung über die berühmte Rennstrecke in der Eifel drehte gingen im Himmel die Schleusen richtig auf, so das er alle Hände voll zu tun hatte das Auto auf der Strecke zu halten. Willy hat alles richtig gemacht und konnte nach seinem Stint, das Auto heile und schweißgebadet, an Alex übergeben. Man musste leider eingestehen eine falsche Reifenwahl getroffen zu haben. Fand man sich doch irgendwo um den zehnten Platz in der Wertung wieder. Alexander wurde wiederum mit einem Regenbereiften Astra in die grüne Hölle entlassen und nutzte seine Erfahrung aus. Er heizte der Klassenkonkurrenz mächtig ein. Er war stellenweise eine halbe Minute pro Runde schneller wie die führenden Astras. Nach seinem Ritt übergab er das Auto an Position vier liegend an unser Schweizer Uhrwerk. Willy spulte seine Runden auch genau wie die zitierte Zeitmaschine ab. Er konnte die anderen OPC Cup Teilnehmer hinter sich lassen. Leider traf ein anderer Teilnehmer ihn im Bereich der Kurzanbindung im Bereich der Grandprix Strecke am vorderen rechten Rad. Weidwund schleppte er sich zur Box und ließ einen neuen Reifen montieren. Am Ende des Rennens wurde es noch einmal richtig Spannend als Willy sich, in der letzten Rennrunde, aufgrund einsetzenden Regens, einmal um die eigene Achse drehte und Gott sei Dank nirgends einschlug. Überglücklich fuhr er dann über die Ziellinie.

In der Opel Astra OPC Cup Wertung fand man sich auf dem dritten Rang wieder und in der VLN Klassenwertung beendete man das verrückte Rennen auf einem vierten Platz. Der VLN Klassensieger, das Opel-Werksauto mit der Startnummer 360 (in diesem Rennen von Schrick / Luostarinen / Strycek pilotiert) startet im OPC Cup außer Konkurrenz. Auf dem offiziellen Endergebnis der Gesamtwertung der VLN steht die Mannschaft vom Burkhalter-Generali Astra mit der 339 auf einem 27. Platz unter mehr als 150 Starter. Das beste Gesamtergebnis dieser Saison.

Stimmen nach dem Rennen

Alexander Schula: Leider haben wir im Training verwachst. Aber ich hatte während des Rennens richtig Spaß im Auto. Ich habe mir tolle und vor allem faire Kämpfe mit unseren Gegnern liefern können. Auch die Windschattenduelle auf der Döttinger Höhe, einfach super. Schade das wir die falsche Reifenwahl bei Willy seinem Stint getroffen haben. Ich freue mich auf dem Podest zu stehen.

Willy Hüppi: „Gefühlt war es das bisher schwierigste Rennen für mich. Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, als ich mit dem Astra die Zielflagge gesehen habe. Es glich mehr einem „Schwimmfest“. Ich hatte immer die schwierige Aufgabe auf geschnittenen Slicks im starken Regen den Stint zu Ende zu bringen. Pech auch, der durch die Kollision verursachte Reifenschaden, der uns zusätzlich noch einen Boxenstopp aufgezwungen hat. Wir sind aber mit einer zwei Fahrerbesatzung, bei einem sechs Stunden Rennen, so weit vorne und das mit der besten Gesamtplatzierung dieser Saison. Es war ein verrücktes Rennen mit einem mehr als glücklichen Ende.

Das Team reist am 13.September 2014 zum 46. ADAC Barbarossapreis, ein auf vier Stunden angesetztes Rennen, in die Eifel. Dort wird das gesamte Team sich der Herausforderung Grüne Hölle Nürburgring wieder stellen. Wir freuen uns darauf.

Quelle: Daniel Peter