Regenschlacht für Tim Scheerbarth beim 6-Stunden-Rennen der VLN

Kategorie: VLN Donnerstag 28. August 2014 - 14:18

In der VLN in diesem Jahr selten: Regen (Foto: Hardy Elis).

Die Wetterverhältnisse beim siebten Lauf der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nümrburring am vergangenen Samstag kann man durchaus als ungewöhnlich bezeichnen. Regen, Hagel, unwetterartige Regenfälle und nur wenige trockene Momente zeichneten das VLN-Saisonhighlight, das 6-Stunden-Rennen, aus. Der Pilot des BLACK FALCON Team Reissdorf Alkoholfrei-Porsche 997 GT3 Cup startete mit seinem festen Teamkollegen Andreas Weishaupt und verstärkten sich mit den beiden Piloten Adam Christodoulou und Anders Fjordbach. Der Brite und der Däne sind alte Bekannte im Team von Black Falcon.

Im Training am Samstagmorgen wechselten sich noch trockene und feuchte Streckenabschnitte auf der 25km langen Traditionsrennstrecke in den Bergen der Eifel ab. „Typisch Nordschleife“ kommentierte Scheerbarth die Verhältnisse trocken. Mit Slicks gelangen dem Dormagener dennoch zwei schnelle Runden, er stand zwischenzeitlich auf Platz 2 des Gesamtklassements. Die beste Zeit des Quartetts konnte Weishaupt auf einer freien Runde in den Asphalt stempeln, Startplatz 4 in der Klasse SP7 und Gesamtplatz 12 bei 190 Teilnehmern!

Zum Start des Rennens um 12 Uhr blieb es trocken, Startfahrer Anders Fjordbach konnte sich gleich auf Platz drei vorschieben und blieb trotz einsetzenden Regen bis zum Boxenstopp auf Tim Scheerbarth weiterhin auf Slicks, während der zweitplatzierte Porsche 991 GT3 Cup von Kräling vor ihm leicht in die Streckenbegrenzung eingeschlagen war und hinter den Black Falcon Porsche zurückfiel. Auch Tim Scheerbarth setzte in seinem Turn weiterhin auf Trockenreifen, „es war anfangs noch feucht, aber für mich ok.“ Doch wurden die Verhältnisse auf der Strecke von Minute zu Minute kritischer, Regenschauer gaben sich über die lange Nordschleife die Klinke in die Hand. „Es wurde sehr heikel und eng, der Wagen über- und untersteuerte, mit maximal 60km/h eierte ich über den Kurs und hatte richtig zu kämpfen!“ Doch statt auf Regenreifen zu wechseln pokerte Scheerbarth hoch und gewann. Der Regen ließ nach und die Ideallinie wurde immer trockener. Er pflügte sich durch das Feld und überholte selbst starke GT3-Sportwagen.

Im Bereich der NGK Schikane aber blieb sein Blick, eine Runde vor dem geplanten Boxenstopp, an einer bedrohlich aussehenden Regenfront hängen die nichts Gutes ahnen ließ, kurz darauf fielen bereits dicke Tropfen und die rettende Boxengasse war noch über 20km weit entfernt. „Es war der Horror, die Scheibenwischer konnten die Wassermassen gar nicht bändigen.“ Die Trockenreifen waren für diese Verhältnisse jetzt vollkommen ungeeignet, die Fuhre rutschte und Scheerbarth hatte alle Mühe den Wagen auf dem glitschigen Asphalt zu halten. „Ich fuhr extrem langsam und dennoch schwamm der Wagen im Kallenhard auf und ich rutschte ganz langsam mit der Fahrzeugfront in die Leitplanke.“ Es schien nicht viel geschehen zu sein und Scheerbarth setzte seine Fahrt fort, musste aber zwei Kilometer später endgültig parken, nachdem eine Warnlampe im Cockpit einen zu geringen Wasserdruck attestierte. „Davon wo es auf der Strecke zu viel gab, war im Kühler zu wenig – Wasser.“ Beim leichten Einschlag hatte sich Scheerbarth nicht nur die Stoßstange eingedrückt, auch der in der Front platzierte Wasserkühler war leck geschlagen. „Ich war so langsam, aber die Vorderachse ging weg.“

Nur wenige Fahrzeuge kamen ohne Blessuren durch die unwetterartigen Wetterverhältnisse des Sechs-Stunden-Rennens. „Der Schaden ist nur gering, aber die Enttäuschung umso größer.“

Den nächsten Einsatz hat der Dormagener beim achten Rennen der VLN-Saison am 13. September.

Quelle: Speedcom Presse